Es gibt wohl kein anderes europäisches Land, das so viel grillt wie Deutschland. Doch trotz vieler verfügbarer Grillgeräte und vieler Profis in der Szene gibt es immer noch einige Fragen, bei denen sich die Geister scheiden. In diesem Artikel werde ich eine der häufigsten Fragen beantworten, wenn es um Kontaktgrills geht: Wird beim Grillen mit einem Kontaktgrill Fett benötigt?

Die Antwort darauf hängt von der Art des Kontaktgrills ab, den Du nutzt. So gibt es viele Kontaktgrills, die beim Grillen kein Fett oder Öl benötigen. Es gibt jedoch auch viele, die ein wenig Öl benötigen, damit das Fleisch nicht anbrennt und auf der Grillfläche klebt. Ich zeige Dir, welche Erfahrungen ich als Grill-Profi damit gemacht habe.

 

Was ist eigentlich ein Kontaktgrill?

Der Kontaktgrill ist eine Art Elektrogrill, der sich auch leicht als Paninigrill und Sandwichmaker verwenden lässt. Er funktioniert auf ähnliche Weise wie die herkömmlichen Holzkohlegrills, mit dem Unterschied, dass er zwei Grillplatten verwendet – eine unter dem Grillgut und eine auf dem Grillgut. Dadurch wird das gegrillte Fleisch knusprig auf der Außenseite und saftig auf der Innenseite. Die zwei Grillplatten ermöglichen es dem Kontaktgrill außerdem, eine Vielzahl von Grillgutsorten wie Würstchen, Schweinekoteletts, Hamburger, Gemüse, Sandwiches, Fischfilets und Steaks gleichmäßig zu garen.

Im Vergleich zum Holzkohlegrill eignet sich dieser Elektrogrill hervorragend für faule Köche, da er sehr pflegeleicht ist. Viele Kontaktgrill-Hersteller bieten abnehmbare und spülmaschinengeeignete Grillplatten an. Um sie zu reinigen, braucht man sie nur in den Geschirrspüler zu legen oder von Hand zu waschen. Je nachdem, was Du kochen möchtest, gibt es auch Kontaktgrills mit herausnehmbaren Wechselplatten. Diese Wechselplatten ermöglichen es Deinem Kontaktgrill, knusprige Steaks oder schmackhafte Paninis und Waffeln in bestimmten Formen zu grillen. Darüber hinaus gibt es bei Kontaktgrills auch voreingestellte Grillprogramme für bestimmte Fleischsorten und einen Drehregler, wenn Du die Temperatur verändern möchtest. Ein weiterer Vorteil ist die geneigte Fettauffangschale, die das überschüssige Fett und den Saft Deines Grillguts auffängt, was für ein fettarmes Grillen sorgt. Da Kontaktgrills elektrisch betrieben werden, benötigst Du zum Grillen keine Holzkohle. Sie produzieren keine krebserregenden Stoffe und verwenden keine umweltschädlichen Gasbrennstoffe. Ein weiterer Pluspunkt ist die Vielseitigkeit des Kontaktgrills. Mit seinem kompakten Design und seiner schnellen Garzeit kannst Du ihn Indoor als Tischgrill verwenden, ihn für Dein Catering-Unternehmen einsetzen oder ihn überall dorthin bringen, wo eine Stromversorgung vorhanden ist.

Fisch fettarm vom Kontaktgrill
Dorade fettarm auf dem Kontaktgrill zubereitet

 

Benötigt ein Kontaktgrill Fett beim Grillen?

Kontaktgrills sind bekannt für ihre Fähigkeit, Lebensmittel auf gesunde Art und Weise zu grillen: mit wenig bis gar keinem Fett. Viele haben bereits Antihaftbeschichtungen oder teflonbeschichteten Platten. In diesem Fall benötigst Du kein Fett oder Öl zum Grillen. Die spezielle Beschichtung verhindert, dass das Grillgut anbrennt und am Kontaktgrill haften bleibt. Darüber hinaus sind teflonbeschichtete Oberflächen nach dem Grillen leichter zu reinigen. Es gibt jedoch viele Kontaktgrills, die keine speziellen Beschichtungen aufweisen. Hier musst Du vor dem Grillen Deines Fleisches eine kleine Menge Öl auf die Platte auftragen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Dein Kontaktgrill beschichtet ist, kannst Du einfach in der Bedienungsanleitung Deines Grills nachsehen oder Dich direkt an den Hersteller wenden. 

Profi-Tipp: Trage einfach etwas Öl auf das Grillgut auf, bevor Du es auf Deinen vorgeheizten Grillplatten legst. Mit dieser Methode sollte Dein Fleisch nicht anbrennen und kein Stück davon wird auf der Grillfläche kleben bleiben. 

 

Benötigt ein Kontaktgrill mit gusseisernen Grillplatten Öl?

Statt einer Antihaftbeschichtung haben einige Kontaktgrills auf dem Markt gusseiserne Grillplatten. Sie gewährleisten eine hervorragende Wärmespeicherung und sorgen für ein perfektes Grillmuster des Grillguts. Zudem sind sie resistent gegen jegliche mechanische Einflüsse, sodass Du keine Angst haben musst, das Material beim Reinigen zu beschädigen. Im Gegensatz zu den antihaftbeschichteten Kontaktgrills musst Du die gusseiserne Grillplatte jedoch ölen. Ich empfehle, vor dem Grillen nur eine kleine Menge auf die Heizplatten aufzutragen. Du solltest nicht zu viel auftragen, gerade so viel, dass die Grillplatten ein wenig glänzen. Kontaktgrills sind schließlich für das fettarme Grillen konzipiert. Das Fett fließt dabei immer nach unten zur Fettauffangschale des Grills, sodass letztlich nur wenig Öl am Fleisch bleibt.

 

Welchen Typ Öl solltest Du verwenden?  

Beim Grillen ist das Öl einer der entscheidenden Faktoren dafür, wie schmackhaft und gesund das Grillergebnis wird. Ich würde sagen, dass die Wahl des Öls für einen Kontaktgrill der Wahl des Öls für eine normale Pfanne gleicht. Hierbei gibt es entscheidende Faktoren, wie gesundheitliche Aspekte und Rauchpunkte, die Du berücksichtigen musst. Der Rauchpunkt des Öls ist besonders wichtig, weil er darüber entscheidet, ob Dein Öl zum Grillen geeignet ist oder nicht. Wenn die Temperaturstufe Deines Kontaktgrills den Rauchpunkt übersteigt, beginnen sich die Fettsäuren des Öls aufzulösen. Dies führt zu Schadstoffen und macht Dein Öl ungenießbar. Deshalb empfehle ich, eine Ölsorte zu wählen, die einen höheren Rauchpunkt besitzt. Gute Erfahrungen habe ich mit Rapsöl, Sesamöl und Avocadoöl gemacht. Vor allem Avocadoöl eignet sich wegen seines Rauchpunktes von 255 Grad aufgrund des hohen Ölsäuregehalts sehr gut zum Grillen. Darüber hinaus haben Sonnenblumenöl, Traubenkernöl und Walnussöl Rauchpunkte von 190 Grad, wodurch sie auch für Dünsten, Backen und schonendes Braten geeignet sind. Olivenöle hingegen haben niedrige Rauchpunkte. Bei einer Grilltemperatur von 68 Grad beginnen sie zu brennen und verlieren ihr Aroma, weshalb sie sich zum Beispiel besser zum Anrichten von Salaten eignen.

 

Zusammenfassung: Kontaktgrill Fett und Öl

Bratwurst vom Kontaktgrill
Auch Bratwurst kann fettarm auf dem Kontaktgrill zubereitet werden.

Öl und Fette gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen, um ein perfektes Grillergebnis zu erreichen. Sie werden weniger für den Geschmack benötigt, sondern verhindern, dass das Fleisch anbrennt oder kleben bleibt. Allerdings ist die Verwendung von zu viel Öl nicht gesund und kann den Geschmack Deines Grillguts ruinieren. An dieser Stelle kommen Kontaktgrills ins Spiel. Sie geben Dir die Möglichkeit, mit wenig bis gar keinem Öl oder Fett zu grillen und trotzdem schmackhafte und saftige Fleischstücke zu erhalten. Bei Kontaktgrills bekommst Du nicht nur ein fettarmes und gesundes Essen, auch die Handhabung ist sehr einfach und die Zubereitung ist deutlich schneller, verglichen mit Holzkohlegrills. Dieser Tischgrill ist auch optimal, wenn Du einen Grillabend auf Deinem Balkon oder in Deiner Wohnung veranstalten möchtest. 

Wenn Du planst, Deinen ersten Kontaktgrill zu kaufen, empfehle ich Dir zwei Hersteller: Tefal und Russel Hobbs. Die Optigrills von Tefal sowie die Grills von Russel Hobbs gehören zu den führenden Kontaktgrills auf dem aktuellen Markt. Sie sind nicht nur sehr erschwinglich, sie bieten auch eine Vielzahl von Funktionen, von denen Du auf jeden Fall profitieren wirst. Dazu gehören die antihaftbeschichteten und abnehmbaren Grillplatten sowie eine Fettauffangschale für ein fettarmes Grillerlebnis.

Muss beim Grillen mit einem Kontaktgrill zusätzliche Fett verwendet werden?

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